Next Generation – Johannes Forster

Die jungen Weintalente Deutschlands

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TEXT Gault&Millau Redaktion Deutschland | FOTOS birdyfoto, Weingut Forster

Wir haben den Gault&Millau-Expertenrat nach den verheißungsvollsten Nachwuchs-Winzerinnen und -Winzern gefragt. Weitere richtungsweisende Impulse kamen von den regionalen Weinbauverbänden. Zum Teil arbeiten diese ambitionierten jungen Menschen mit ihren Eltern zusammen im Weingut, zum Teil hat schon eine Betriebsübergabe stattgefunden und andere wiederum haben ganz mutig ihr eigenes Weingut gegründet. Wir stellen Ihnen diese Winzerinnen und Winzer vor. Die Porträts basieren nicht auf den Bewertungen der Weingüter, so sie denn in diesem Guide vertreten sind. Es geht uns um die Persönlichkeiten, die von ihren Eltern und Großeltern viel gelernt haben und die nun auf ihre Art und Weise den deutschen Weinbau weiterentwickeln.

Weingut Forster:
Seit 30 Jahren wirtschaftet die Familie Forster ökologisch. Aktuell am Start: Sohn Johannes und die Eltern Margit und Georg. In ihrer Region sind sie damit Pioniere. Aufmerksamkeit verdient auch die Klassifikation: Neben den für die Region typischen Naheweinen und den Lagenweinen gibt es die Erdenweine, die die Vielfalt der Böden widerspiegeln und zugleich Einblick geben in die Erdgeschichte.


Teil 4: Johannes Forster, NAHE
5 Fragen, 5 Antworten:

Was machst du anders als deine Eltern?
Das ist gar nicht so viel, da ich schon früh im Betrieb mitgeholfen habe, war ich bei vielen Entscheidungen involviert. Den Keller habe ich 2011 übernommen – da bin ich gerade 18 geworden. Im Weinberg lief schon vieles richtig gut und ich kann auf Weinberge zurückgreifen, die schon 30 Jahre ökologisch bewirtschaftet werden. Im Keller verfeinern wir uns immer mehr, wir haben in schonenden Traubentransport investiert, wir kommen ohne jegliche Schönungsmittel aus. Und wir arbeiten sehr kleinteilig: Jeder noch so kleine Weinberg bekommt seinen eigenen Tank oder Fass. Wir versuchen, den Charakter eines einzelnen Weinbergs herauszuarbeiten, um dann später über das Zusammenbringen der verschiedenen Partien unseren Weinen den letzten Schliff zu geben. Außerdem wird es für mich immer spannender, wieder mit alten Stück- und Doppelstückfässern zu arbeiten.

Wie gehst du mit Unsicherheiten und Unvorhersehbarkeiten im Weinbau um?
Wenn wir unsere Weinberge resilienter gegen Klimaextreme aufstellen, haben wir meiner Meinung nach schon einen Großteil
an Unsicherheiten abgedeckt. Immer versuchen interessiert und neugierig zu sein, was auf der Welt passiert – dann kann man auf vieles rechtzeitig reagieren.

Ein Satz, der dich am besten beschreibt?
Geht nicht, gibt’s nicht.

Was treibt dich gerade an?
Gerade treibt mich mein Sohn Karl an, der letztes Jahr im August auf die Welt kam. Ihn heranwachsen zu sehen, ist jeden Tag Inspiration und Antrieb zugleich. Durch seine Geburt bin ich auch noch mehr darauf bedacht, unsere Weinberge noch zukunftsfähiger zu machen. Die Belebung unseres Bodens, durch den selbst hergestellten Kompost und den damit verbundenen Humusaufbau, ist ein entscheidender Teil, um in Zukunft ohne Bewässerung auszukommen und der stärker werdenden Hitze zu trotzen.

Welcher Wein war der beste, den du je getrunken hast – und warum?!
Ich habe viele besondere Weine getrunken, aber in Erinnerung ist mir bis heute der Maximus von Buitenverwachting geblieben. Er hat mich auch dazu bewegt, den Holzfass-Einsatz bei unseren weißen Weinen mehr zu fokussieren. Nicht nur der Wein, auch die neuen Einblicke und die Gegebenheiten dort haben mich fasziniert. Ich war 2013 im Praktikum über die Ernte in Südafrika, die Zusammenarbeit im Team und die Verbindung der verschiedenen Kulturkreise durch den Wein generell fand ich super spannend.


Weingut Forster
Burg-Layer-Straße 20
55452 Rümmelsheim
T +49 (0) 6721 45123
mail@weingutforster.de
www.weingutforster.de

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