Spitzenkoch im Seniorenheim

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TEXT Anke Kronemeyer | FOTO WEITBLICK® GmbH & Co. KG

Anthony Sarpong aus Meerbusch bei Düsseldorf eröffnet in den nächsten Tagen in Dortmund ein Restaurant mit ungewöhnlichem Konzept: Es ist eingebettet in die Seniorenresidenz Phoenixsee, kann mittags von den dortigen Bewohnern besucht werden und wandelt sich abends zu einem Casual-Fine-Dining-Treffpunkt für externe Gäste.

Eigentlich sollte das neue Restaurant von Anthony Sarpong (41) schon in dieser Woche eröffnen. Doch der geplante Termin musste verschoben werden, weil offenbar eine Konzession der Stadt Dortmund fehlte. Aber in dem Fall ist aufgeschoben definitiv nicht aufgehoben. Denn eigentlich war alles schon fertig und vorbereitet für die ersten Gäste.

1982 in Ghana geboren machte Sarpong seine Ausbildung zum Koch („Profi-Fußballer hat leider nicht geklappt“) in Wiesbaden. Er kochte im Laufe der Jahre in vielen Ländern und Städten, war in Zürich, Barcelona oder Izmir und entwickelte immer mehr seinen eigenen Stil. Der ist vor allem durch eine aromenreiche Küche geprägt, initiiert unter anderem durch die asiatische und arabische Küche. Im Jahr 2015 eröffnete er in Meerbusch nahe Düsseldorf sein erstes Restaurant, zu dem auch eine in der Region sehr beliebte Kochschule gehört. Nur ein paar hundert Meter weiter entsteht aktuell ein weiteres Restaurant von ihm, in dem ebenfalls ein ungewöhnliches Konzept umgesetzt wird: Sarpong kocht in seinem Teil des Restaurants französisch-italienische Bistroküche, der japanische Sushimeister Jay Lee serviert in seinem Teil namens „junsui“ Sushi-Variationen. Platz ist dort aber nur für sechs Gäste. Die werden mit Sicherheit oft ausgebucht sein. Zum einen lieben die Gourmets rund um Düsseldorf die japanische Küche, außerdem leben viele Asiaten in und um Meerbusch. Denn die Region gilt mit rund 8000 Japanern und vielen japanischen Firmen als größte japanische Kolonie außerhalb Japans. Außerdem liegt das neue Restaurant von Anthony „Thony“ Sarpong in direkter Nähe zum exklusiven Villenviertel von Meerbusch. Die Stadt mit ihren knapp 60.000 Einwohnern ist schon seit Jahren als Ort der größten Millionärsdichte bekannt.

Aber jetzt liegt das Augenmerk des Spitzenkochs, der im Restaurantguide von Gault&Millau mit zwei Hauben bewertet wurde, erst einmal auf dem neuen, fast fertigen elegant eingerichteten Restaurant Haus Phönixsee an der Hafenpromenade in Dortmund. Mittags ist das Restaurant den Bewohnern der Residenz vorbehalten, am Abend übernimmt Sternekoch Anthony Sarpong mit seinem Team die Küche.

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