Fasten: Not macht erfinderisch

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TEXT Gault&Millau Redaktion Deutschland | FOTO I LOVE MAULDASCH

Der verordnete Verzicht hat in unseren Breitengraden eine lange Geschichte. Schon Papst Gregor verbot 590 den Verzehr von Tieren, ausgenommen waren Fische, Reptilien und Insekten. Ebenfalls untersagt waren Butter, Öl, Eier, Käse und Milch, da blieb es fast nur noch bei Gemüse. Erst um 1500 wurden diese Gesetze etwas gelockert. Damals waren die Fastenzeiten genau definiert. 40 Tage vor Ostern aber auch im Advent oder an Vorabenden von wichtigen Heiligenfesten. Neben dem kulinarischen Verzicht durfte nicht am Feld die Arbeit verrichtet, nicht geritten oder Handelsgeschäfte abgeschlossen werden. So summierten sich diese Zeit des Untersagens bis zu 130 Tagen im Jahr.

Gott sei Dank macht die Not erfinderisch. Um den Essensverlust im wahrsten Sinne aufzuwiegen, wurde bei den Mönchen Starkbier konsumiert und die neue Sorte Flussgemüse waren einfach nur Fische. Eine der schönsten Etikettenschwindel kam aus dem Kloster Maulbronn – die Mittelalterliche Anlage gilt heute als die am besten erhaltenste nördlich der Alpen – Dort packte man das Fleisch in Nudeltaschen und erfand so die sagenhaften Maultaschen. Laut Kloster soll es sich um den Laienmönch Jakob gehandelt haben. Die Maulbronner Nudeltaschen, später „Maultaschen“, sind heute eine schwäbische Berühmtheit

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